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 Asso RC 10

Gerade fing es an, dass die Buggyfreunde auf der Welt sich zum Wettkampf trafen, da hatte Asso wohl zur richtigen Zeit den richtigen Riecher. Nach den  Rough-Rider/Sand Scorcher Modellen von Tamiya hatte Kyosho

Chassis von vorn rechts

mit dem Scorpion/Beetle ja den ersten richtigen Offroad-Renner auf den Markt gebracht und die Modelle erfreuten sich auch in den USA großer Beliebtheit. Asso braucht zu dieser Zeit ein weiteres Standbein, da im Verbrenner Glattbahn- Bereich das Interesse bereits rückläufig ist und die Nachfrage bei den 1:12’ern ebenfalls stagniert. Der Markt der Zukunft ist dieser Tage ganz klar der Elektro-Off-Road Bereich. Aber wenn schon ein Modell, dann soll es ein richtiger Racer werden, wie es sich für einen mehrmahligen Weltmeister halt gehört.
Der entstandene RC10 entpuppt sich dann auch als der Meilenstein im Buggybereich.

Hier sind viele Dinge derart konsequent umgesetzt, dass das Layout noch heute für alle 2WD Buggies gültig ist. Was ist anders als an den anderen, zeitgenössischen Geländerennern? Heckmotor, Einzelradaufhängung und Öldruckstoßdämpfer haben die anderen auch. Aber kein Fahrzeug hat all dieses in vergleichbarer Perfektion. Mit dem neuartigen Wannenchassis ist ein extrem tiefer Schwerpunkt bei gleichzeitig hoher Bodenfreiheit umgesetzt. Alle Komponenten sind an tiefster Stelle untergebracht. Nebenbei ist die Elektronik vorbildlich geschützt.

Der nächste Hammer ist das Getriebe. Es gibt wohl kein vergleichbares 2WD Getriebe, das aus so vielen Einzelteilen besteht. Der Trick ist, dass die große Übersetzung mitsamt Differenzial in der ersten Getriebestufe untergebracht ist, während in der zweiten und dritten Stufe nur noch eine Übersetzung von ca. 1,8:1 stattfindet. Der gesamte

Getriebeschema

Hier kann man schön den doppelten Aufbau der Antriebstechnik erken- nen. Das Diff sitzt übrigens außerhalb im  Hauptzahnrad.

nachgeschaltete Übersetzungstrakt muss dazu komplett doppelt ausgebildet werden, da ja die Differenzierung von linker und rechter Seite bereits erfolgt ist. Daher befinden sich insgesamt sechs Stirnräder in der Getriebebox. Vorteil der Anordnung ist ein extrem tiefliegender Abtrieb - die Gelenkwellen laufen sogar in den unteren Querlenkern – und ein von außen einstellbares Sperrdifferenzial.

Getriebeteile

Die unzähligen Einzelteile des 2WD Getriebes, das für ein slipperloses Getriebe extrem aufwändig gebaut, dafür aber einen extrem tiefen Abtrieb zu den Knochen aufweist. Kleine Beugewinkel bei großer Bodenfreiheit ist der Lohn.

Und dann das Fahrwerk:
Bisherige Konstruktionen vertrauten im wesentlichen auf Längs- oder Schräglenkeraufhängungen, man glaubte damals, dass dabei die Räder besser den Hindernissen ausweichen können. Der Asso dagegen besitzt rundum voll einstellbare Doppelquerlenker (wie der zeitgleich erschienene Hirobo Allrad) und zeigt erstmals verschiedene Befestigungspunkte für die oberen Sturzstreben. Die Lenker sind allerdings aus heutiger Sicht sehr kurz geraten.
Das, was das Fahrwerk unsterblich gemacht hat, sind aber sicherlich die exzellenten Stoßdämpfer. Hier spielt Asso die Erfahrungen aus dem 1:8’er Geschäft voll aus und hat mit

Kinematikpunkte

doppelten O-Ring Dichtungen und hartverchromten Kolbenstangen

Vorderachsdetail

An der Hinterachse gibt es reichlich Möglichkeiten, die Sturzcharakteristik der Kinematik einzustellen - erstmals im RC Car und bis heute wegweisend

jene Details eingeführt, die zu erstmals wirklich dichten Dämpfer im Offroadbereich führen. Alle andern Stoßdämpfer mussten bis dahin quasi vor jedem Lauf neu befüllt werden. Dass der RC10 die Pokale nur so abgeräumt hat, braucht man wohl nicht zu erwähnen. Sogar gegen die Allradkonkurrenz konnte sich damals oft ein Asso durchsetzen – wegen seines exzellenten Fahrwerks. Es wurden auch bestimmt zehnmal so viele Asso Dämpfersätze verkauft, wie Buggies insgesamt und an alle nur erdenklichen Fahrzeuge montiert (z.B. meine Hirobo Zerda Umbauten).
Der kommerzielle Erfolg des RC 10 zwang Asso, sich nach einer neuen Produktionsstätte umzusehen, da die alte die erforderliche Kapazität nicht aufweisen konnte. Es war ein wirklich bedeutender Wurf, der auch die Geschichte von Asso massiv beeinflusst hat –

Die Vorderachse zeigt bis auf die stummelig kurzen Querlenker auch alle Details der modernen RC Cars. Zur Perfektionierung fehlen eigentlich nur noch die Links-Rechts Gewindestangen. Der Stabilisator ist damals übrigens serienmäßig

und zwar eindeutig zum Guten.

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 © Achim Schulz 2003