Startseite

die 80´er Jahre

1:12 Modelle

1:10 Off Road

Motoren

Fahrerportraits

Meisterschaftsspiegel

Gesuche

 England

England – Land des Motorsports

Die Briten gelten als Motorsportenthusiasten schlechthin. So ist die Insel nicht nur Brutstätte der meisten Formel 1 Teams, sondern es finden hier auch eine ganze Reihe von Rennveranstaltungen mit Geräten statt, die hierzulande als Rennvehikel völlig unbekannt sind. Das Spektrum reicht dabei vom Kit-Car, also den Eigenbaufahrzeugen, bis zum frisierten Aufsitzmäher. Wen wundert es da, dass auch der RC Car Sport der alten Welt einen Teil seiner Wurzeln in England hat. Bekanntester Hersteller war damals die Firma PB, zumindest auf dem Verbrennersektor. Der Schwenk in den Elektrobereich wurde erst sehr spät mit den Buggies (z.B. Mini Mustang) und später dann mit einem Pro 10, dem Sizzler vollzogen. Beide Modelle konnten die Firma allerdings nicht vor dem Untergang bewahren.

Gemini SLX

Der Gemini SLX als ein Vertreter der Lexan-Ära, hier kompletteirt mit einigen Teilen des SG Prosso (Rammer und Servosaver)

Die Elektrofahnen wurden ohnehin von anderen Unternehmen hochgehalten. So brachte Lectricar als erster 1975 einen europäischen 1:12‘er auf den Markt. Es folgten Mardave, Gemini, Schumacher und Demon, wobei Cecil Schumacher, der sich als Erfinder des Kugeldifferenzials in die ewige Bestenliste der genialen RC-Car Konstrukteure eingeschrieben hat, mit seiner Firma als einziger noch heute britische E Cars produziert.
Dabei hatten die Inselbewohner immer schon die schnellsten Fahrer und die innovativste Technik zu bieten. Eine kleine Revolution stellten 1981 bei der ersten Europameisterschaft die Lexan-Autos dar. Neal Francis gewann damals überlegen beide Titel, also Stock undModified, gefolgt von seinem Teamkollegen Bill Maisey auf dem 2. bzw. 3. Platz mit identischen Eigenbau-

fahrzeugen und sorgte für einen wahren Lexan-Car Boom (der beste Asso der Modified-Klasse belegte übrigens damals den 13. Platz – weit abgeschlagen).

Prominentestes Fahrzeug der transparenten Gattung war übrigens der Schumacher XL, aber auch der Gemini SLX war eine weitere interessante Marktbereicherung. Die Lexanwelle erfasste dann das Festland und sogar Carrera präsentierte einen entsprechenden Prototypen. Auch ich habe damals ein Fahrzeug mit U-förmigem Polycarbonatchassis gebaut, allerdings nie im Rennen eingesetzt.
Die Fahrzeuge waren allesamt superleicht und sehr weich, was gerade auf den rutschigen PVC-Pisten enorme Vorteile brachte. Auf der ersten WM 1982, gefahren auf Asphalt, fuhren die Amis den Wunderautos aber regelrecht um die Ohren, so dass mit dem allgemeinen Wechsel zum Teppichboden die Lexan-Cars genauso schnell wieder verschwanden, wie sie gekommen waren.
Schumacher brachte mit dem C-Car die richtige Antwort auf den Teppich und kreierte so einen der besten Carpet-Racer der

Schumacher XL

Der Schumacher XL. Chassis gestanzt und kalt gefaltet, komplettiert mit Asso Vorderachse und einer in einem Rohr geführten Hinterachse. Bei der Felgenbefestigung ging Schumacher mit einem Schnellwechselsystem eigene Wege. Foto: Paul Srna

Schumacher SPC

damaligen Zeit, der nach mehreren Evolutionsstufen als SPC bis in die frühen 90‘er Jahre verkauft wurde. Er war damit auch zugleich der letzte britische 1:12‘er.
Heute hält David Spashett als Dauersieger bei EM und WM die englische Fahne hoch – aber zur Schande der Königstreuen mit amerikanischem Material

Der Schumacher SPC als der letzte. britische 1:12´er besaß die zum allgemeinen Standard zählenden features wie Saddle-Pack Akkuanordnung und T-Bar geführte Hinterachse. Foto: Paul Srna

Die Modelle


 © Achim Schulz 2002