Robbe Progress 4WDS

Das Hinterachsgetriebe stammt im Prinzip vom 
Scorpion/Beetle, besitzt aber neue Zahnräder mit Modul 0,7 und einen zusätzlichen Abtrieb zur Vorderachse. Schön zu sehen ist hier auch der Umlenkhebel für die Hinterachslenkung

Nach dem Erfolg des Dog Fighter auf der WM ´84 war wohl klar, dass im Gelände auch bei den Elektromodellen nur der Allradantrieb auf Dauer eine Chance hat. Kyosho antwortet auf diese Herausforderung mit dem Progress, also dem Fortschritt der Modelltechnologie. Und man packt in dieses Modell so ziemlich alles, was den Konstrukteuren aus dem Hirn sprudelt, denn neben dem Allradantrieb über die zeitgenössische Leiterkette weist der Progress auch eine Allradlenkung auf. Irgendwie scheinen hier die Exzesse der Gruppe B Rallye-Ära auf die Modellrenner abgefärbt zu haben.

An der Hinterachse übernehmen doppelte Längslenker die Radführung. Die Radträger sind aus Alu-Druckguss und bieten, dank der Lenkung, eine Einstellmöglichkeit für die Vorspur. Man hielt damals übrigens auch im Off-Road Bereich 2mm Spurstangen für ausreichend dimensioniert.

Dem Konzept sieht man an, dass der erfolgreiche Scorpion die Basis für die Konstruktion bildet, denn die Motoranordnung und auch das Getriebekonzept stammen von “Vorgänger” ab. Am Vorgelege wurde einfach eine weitere Zahnradstufe integriert, die ein vor dem Getriebe liegendes Kettenrad antreibt. Man hat also reichlich Zahnräder im Getriebe, jetzt allerdings feiner verzahnt. Fahrwerkseitig hat Kyosho den Buggy aber noch mal erfunden und dabei ein Konzept ausgetüftelt, das sich im Nachhinein als Totgeburt herausstellen soll. Wegen der Hinterachslenkung sind einfache Längs- oder Schräglenker nicht machbar, es müssen also schon doppelte Längslenker  mit Feder-Dämpfer-Elementen sein. Vorn dagegen kommt statt der bewährten Schräglenkerachse nun wieder eine Doppelquerlenkerkonst ruktion zum Einsatz, aber mit längsliegenden Drehstabfedern und einem querliegenden Monoshock.
Auch das Chassis ist eine Abkehr vom Leiterrahmen und präsentiert sich nun als eine Verbundkonstruktion aus Alu-Blech und Kunststoffspritzgussteilen – leider ohne Schutz für die RC Komponenten. Dummerweise liegt der Fahrakku und mit diesem auch der Schwerpunkt sehr hoch, was dem Progress jegliche Rennambitionen abspricht. Neben dem Progress gab es dann noch den technisch identischen Gallop (mit dem damals so beliebten Überrollbügel statt Karosse) und einige Jahre später den Gallop MK II, mit dem wohl die Spritzgusswerkzeuge zu Ende genutzt werden sollten. 
Im Wettbewerb war die Konstruktion übrigens nicht sehr erfolgreich, wen wundert’s. Die Lorbeeren fuhr dann später der Optima und seine 448 Folgevarianten (z.B. der Turbo Optima Mid Custom Special Pro) ein.

Schreibe einen Kommentar